EDV Blog - Meldungen aus der IT
Stiftung Warentest prüfte Virenschutzprogramme
Erstaunliche Ergebnisse brachte die bei einigen Softwarepaketen mitgelieferte Firewall. Sie schnitt mitunter schlechter ab, als die in Windows 7 eingebaute Firewall. Anders ausgedrückt, der Rechner wird bei der Installation unsicherer.
Laut Testergebnis ist ein Windows 7 Rechner mit dem kostenlosen Avira AntiVir Personal (Note: Gut, 2,3) und der eingebauten Firewall ordentlich geschützt.
Auf Platz 1 landete Bitdefender mit einer Gesamtnote von 2,3, wobei auch hier die Firewall schwächelte.
Den gesamten Test können Sie in der gedruckten März Ausgabe lesen oder online bei der Stiftung Warentest.
Der neue Trend: Erpressung durch Trojaner
Es klingt im ersten Moment ein wenig unwirklich, aber leider ist es kein Scherz. Erpresser sperren Computer oder verschlüsseln Dateien und fordern anschließend Lösegeld.
Es ist die neuste, lukrative Masche der Internet-Kriminellen. Ein Trojaner sperrt die Windows Lizenz und fordert anschließend eine Freischaltgebühr. Oder es werden Dateien, vorwiegend der Formate .doc und .pdf, verschlüsselt.
Im ersten Fall kommt man immerhin noch über eine BootCD an seine Daten heran, bei verschlüsselten Dateien sieht es jedoch für alle, die kein aktuelles Backup besitzen, schlecht aus.
Wer die angegebene "kostenlose Freischaltnummer" anruft, landet selbstverständlich in der Warteschleife einer teuren Rufnummer im Ausland. Ob es dann tatsächlich einen brauchbaren Freischaltcode gibt, bleibt fraglich. Eher wohl nicht. Der AV Spezialist F-Secure erhielt bei Testanrufen jedenfalls immer den Code 1351236.
Werbeanruf von klickTel bzw. 11 88 0
Heute Mittag erhielt ich mal wieder einen dieser Werbeanrufe. Interessant war dieses mal nur, WIE sich die Dame gemeldet hat.
"Mein Name ist xxx von klickTel Google" - so in einem Rutsch, als wäre klickTel ein Google Tochterunternehmen
klickTel ist ja einigermaßen bekannt, besser wohl noch unter 11 88 0 (da werden Sie geholfen). Die verkaufen auch Firmenwebsites mit Google AdWords Paketen, sich aber mit "klickTel Google" zu melden, ist schon dreist.
Mein Unternehmen ist nicht bei klickTel gelistet. Die Dame kannte aber Firmennamen, Telefonnummer und Firmensitz, was allerdings nicht schwierig herauszufinden ist. Stunden zuvor hatte ich EDV Nordheide bei meinestadt.de ins Branchenverzeichnis eingetragen, dass ein Zusammenhang besteht, halte ich allerdings für nicht wahrscheinlich.
Die Dame behauptete jedenfalls, klickTel hätte mehr als zehn Anfragen zu EDV Nordheide bekommen, betreffend Webdesign und anderen IT Dienstleistungen. Nun müsse Sie mich anrufen, schließlich wolle man ja den Anfragenden weiter helfen.
Leider habe ich sie kalt gestellt, bevor das eigentliche Verkaufsangebot zur Sprache kam. Gibt es jemanden, der sich darauf eingelassen hat? Dann würde ich mich sehr über eine Nachricht freuen.
Unabhängig vom klickTel Anruf: Fakt ist ja, ohne Eigennutzen ruft keines dieser Unternehmen an. Allein schon die Firmenrecherche kostet Zeit und somit Geld. In den meisten mir bekannten Fällen werden überteuerte, nutzlose Einträge in irgendwelche Branchenbücher angeboten oder es werden Top-Platzierungen bei Google versprochen. Wer sich im Internet-Marketing nicht auskennt, ist natürlich ein leichtes Opfer.
Facebook 'Gefällt mir' - Problem Datenschutz
Er hat das Internet im Sturm erobert, der Facebook 'Gefällt mir' bzw. 'Weiterempfehlen' Button. Etliche Website Betreiber setzen sie inzwischen auf ihren Internetseiten ein. Dagegen ist nichts einzuwenden.
Was viele jedoch nicht wissen, laut § 13 (1) Telemediengesetz (TMG) muss ein Hinweis in der Datenschutzerklärung oder im Impressum stehen. ⇒ Rechtsanwalt Dr. Thomas Helbing hat einen Beispieltext verfasst (ohne Gewähr):
--- Beginn ---
Facebook Social Plug-Ins:
Unser Internetauftritt verwendet Social Plug-Ins (”Plug-Ins”) des sozialen Netzwerkes facebook.com, welches von der Facebook Inc., 1601 S. California Ave, Palo Alto, CA 94304, USA betrieben wird (”Facebook”).
Die Plug-Ins sind mit einem Facebook Logo oder dem Zusatz “Facebook Social Plug-In” gekennzeichnet. Wenn Sie eine Webseite unseres Internetauftritts aufrufen, die ein solches Plug-In enthält, baut Ihr Browser eine direkte Verbindung mit den Servern von Facebook auf. Der Inhalt des Plug-Ins wird von Facebook direkt an Ihren Browser übermittelt und von diesem in die Webseite eingebunden. Durch die Einbindung der Plug-Ins erhält Facebook die Information, dass Sie die entsprechende Seite unseres Internetauftritts aufgerufen haben. Sind Sie bei Facebook eingeloggt, kann Facebook den Besuch Ihrem Facebook-Konto zuordnen. Wenn Sie mit den Plug-Ins interagieren, zum Beispiel den “Gefällt mir” Button betätigen oder einen Kommentar abgeben, wird die entsprechende Information von Ihrem Browser direkt an Facebook übermittelt und dort gespeichert. Zweck und Umfang der Datenerhebung und die weitere Verarbeitung und Nutzung der Daten durch Facebook sowie Ihre diesbezüglichen Rechte und Einstellungsmöglichkeiten zum Schutz Ihrer Privatsphäre entnehmen Sie bitte den ⇒ Datenschutzhinweisen von Facebook.
Wenn Sie nicht möchten, dass Facebook über unseren Internetauftritt Daten über Sie sammelt, müssen Sie sich vor Ihrem Besuch unseres Internetauftritts bei Facebook ausloggen.
--- Ende ---
Updates sind lästig ja, aber ... !
Zum sicheren Surfen im Internet gehören zwei Dinge:
1. Gesunder Menschenverstand. Kein seriöses Unternehmen fordert per Email dazu auf, irgendwo seine Nutzerdaten einzutragen. Keine Bank, kein PayPal, kein eBay. Folgen Sie trotzdem dem Link in der Email, landen Sie immer auf einer täuschend echt nachgebauten Website. Schaut man sich dort allerdings die Webadresse (http:// ... ) etwas genauer an und vergleicht sie im Zweifelsfall mit dem Original, sollte der Betrugsversuch offensichtllich sein.
Es gibt aber auch hinterlistige Versuche sensible Daten auszuspähen. Eine Email von Freunden aus sozialen Netzwerken wie VZ oder ICQ: "Schau dir mal dieses verrückte Foto an". Mit dem Klick auf das vermeintliche Foto wird ein Trojaner installiert, der dann den PC übernimmt (siehe auch -> Botnetz).
Täglich werden unzählige Benutzerkonten mit schwachen Passwörtern in sozialen Netzwerken gehackt, um mit dieser Masche Schadsoftware zu verteilen und zu viele User fallen darauf herein.
2. Updates, Updates, Updates. Ein Rechner mit aktuellstem Betriebssystem, aktuellsten Anwenderprogrammen plus zwingend vorgeschriebener Schutzsoftware ist heutzutage PFLICHT.
Viele Programme verfügen über eine automatische Updatefunktion, die tunlichst auch genutzt werden sollte. Am besten mit der Einstellung "Automatisch nach Updates suchen und automatisch installieren".
Die dänische Softwareschmiede -> Secunia hat es sich zur Aufgabe gemacht, unsichere Systeme zu patchen. Die kostenlose Beta Version "Personal Software Inspector PSI 2.0" gibt es zwar nur in Englisch und es sind auch noch längst nicht alle Programme erfasst, aber es funktioniert schon sehr gut.
PSI überwacht ständig den PC und meldet sich, falls für ein Programm ein Update zur Verfügung steht. Teilweise erfolgen die Updates voll automatisch.
Obwohl in Englisch, ist es doch leicht verständlich aufgebaut. Eine große Hilfe bei einer lästigen, aber absolut notwendigen Aufgabe.

Online Kriminalität nimmt zu
Der BITKOM und das Bundeskriminalamt (BKA) haben vor einer weiteren Professionalisierung von Betrugsmethoden gewarnt. „Schadprogramme sind zunehmend schwerer zu erkennen. Angriffe erfolgen vermehrt über Anwendungsprogramme, nicht nur über Lücken in Betriebssystemen“, sagte Prof. Dieter Kempf, BITKOM-Präsidiumsmitglied und Vorstandsvorsitzender des Vereins „Deutschland sicher im Netz“.
Immer noch surft jeder Fünfte ohne Virenschutz!
BITKOM und BKA wollen bei der Aufklärung der Nutzer eng kooperieren. „IT-Branche, Sicherheitsbehörden und Banken müssen noch zahlreiche Nutzer überzeugen, sich aktiv zu schützen“, so Prof. Kempf. „Dieser Aufgabe stellen wir uns sehr engagiert, denn nur mit dem Vertrauen der Nutzer sind Online-Dienste auf Dauer erfolgreich.“
