Am anfang steht der Hauskauf

Haus sanieren – Teil 1 – Vor dem Sanieren kommt der Hauskauf

Moin.

Wir, also meine Frau und ich, haben uns 2012 einen Bungalow Baujahr 1969 gekauft und sind seitdem dabei, ihn weitestgehend in Eigenarbeit zu sanieren. Über unsere Erfahrungen schreiben wir nun in lockerer Reihenfolge Beiträge zu den verschiedenen Bauabschnitten mit allen Fallen und Schwierigkeiten, aber auch mit guten Einkaufsquellen.

Kurz vorweg: Wir haben sehr viel im Internet eingekauft, die traditionellen Baumärkte waren uns in vielen Dingen einfach zu teuer. Das fing schon bei einfachen Schrauben an … Zum Zweiten war da auch noch die Sache mit der Qualität. Wir erwähnen in den Beiträgen meistens, wo wir was gekauft haben, oft mussten wir dafür lange recherchieren. Da wir in den meisten Fällen nicht enttäuscht wurden, können wir die genannten Unternehmen durchaus weiterempfehlen.

Ein wichtiges Detail noch für die bevorstehende Sanierung / Renovierung:
Kabel aller Art bleiben immer und überall hängen. Selbst wenn die Chance noch so gering ist, es ist dem Kabel egal. Warum? Murphy’s Gesetz. Hier sind drei weitere Beispiele aus Murphy’s Praxis:
Was schief gehen kann, wird auch schief gehen.
Sobald man Motoröl oder Babykotze an den Händen hat, juckt die Nase.
Wenn Du etwas suchst, ist es immer dort, wo Du als Letztes nachschaust.

So, harter Übergang vom Ingenieur Captain Murphy zum Teil 1 unserer kleinen Serie, die sich zunächst einmal mit dem Hauskauf befasst. Ich möchte ausdrücklich darauf hinweisen, das dieser und alle folgenden Beiträge keine Ratgeber sind, wie man etwas machen soll, sondern lediglich aufzeigen, wie wir es gemacht haben. Das sind teilweise zwei grundverschiedene Dinge :-)

Der Hauskauf

Ohne zu übertreiben kann man sagen, dass wir keinerlei Erfahrungen mit Häuser kaufen hatten. Ein paar Dinge waren uns aber wichtig:

  • Keine viel befahrene Straße
  • Südausrichtung der Terrasse, dabei weg von der Straße
  • Ca. 800 – 1000 qm Grundstück
  • Alleinstehendes Haus
  • Brauchbares DSL

Tja! Wir haben uns also genau ein Haus angeschaut und dieses dann nach einigen Wochen für einen mittleren fünfstelligen Betrag gekauft. Es ist ländlich gelegen (in der südlichen Lüneburger Heide), der Kurort verfügt über eine sehr gute Infrastruktur (bis auf einen Baumarkt ist alles im Ort) und unsere persönlichen, minimalen Anforderungen an das Haus wurden zu 100% erfüllt.

Der Makler war allerdings eine Pfeife. Er konnte uns nicht sagen, ob DSL vorhanden ist, Erdgas in der Straße liegt, der vorhandene Brunnen funktioniert oder das Haus über eine Drainage verfügt. All dies mussten wir bei den Nachbarn erfragen. Generell ist es zu empfehlen, vor einem Hauskauf mit den Nachbarn zu plaudern.

Wie eingangs bereits erwähnt, handelt es sich um einen Bungalow von 1969 mit knapp 100 qm Grundfläche, voll unterkellert, Dach teilweise ausgebaut. Der Keller hat allerdings nur eine Höhe von 1,90 Meter. Da wir kleiner sind, ist das aber kein wirkliches Problem.

Dach, Feuchtigkeit, Schimmel – Augen auf

Bei den Besichtigungen vor dem Hauskauf schaut man sich natürlich Bauteile wie den Dachstuhl sehr genau an. Holzwürmer oder Fäulnis möchte man ja nicht unbedingt mit kaufen. Riecht der Keller feucht, wie sehen die Fenster aus, was ist mit der Heizung? Gibt es in den Wohnräumen Schimmel?

Bei dem angebotenen Bungalow war der ungedämmte Dachstuhl soweit in Ordnung, allerdings lief an beiden Schornsteinen das Wasser am Blei vorbei ins Innere. Weil dadurch aber noch kein größerer Schaden entstanden war, kam es auf die, zu diesem Zeitpunkt, imaginäre To-Do Liste. Auch die Regenrinnen hatten schon ein paar Löcher.

Der Keller war komplett trocken, sicherlich auch ein Verdienst der vorhandenen Drainage. Die Ölheizung, ein Brötje DeltaBloc, war von 1995, wurde aber jedes Jahr gewartet. Naja, immerhin lief sie noch, oder besser gesagt, brüllte sie noch.

Die Holzfenster mit Außenjalousien waren allesamt aus Mahagoni und doppelt verglast. Schimmel war keiner zu finden, das Haus wurde während des einjährigen Leerstands im Winter geheizt. Viel später (zu spät) fiel uns auf, dass die Fenster keinerlei Dichtungen hatten. Teilweise zog es, als wäre man auf offener See.

Die Elektrik war alt („Drehsicherungen“) und musste auf jeden Fall erneuert werden, Bad, Gäste-WC und Küche selbstverständlich auch. Gleiches galt für alle Wasser- und Abwasserleitungen. Wenn schon, denn schon.

Ein anderes großes Projekt stand unabhängig vom Haus von Anfang an fest: Wir wollten keine Heizkörper sondern überall Fußbodenheizung. Der Wohlfühlfaktor steigt dadurch erheblich.

Die imaginäre To-Do Liste wuchs stetig an und später sollten noch viele weitere notwendige Arbeiten dazu kommen, von denen am Anfang noch nichts zu sehen war. Auch der gesteckte Zeitplan erwies sich als viel zu schön, um wahr zu werden.

Letztendlich haben wie wir das Objekt mitsamt seiner laaaangen To-Do Liste gekauft und sind heute, nach vier Jahren, noch weit davon entfernt, fertig zu sein. Warum das so ist, ist eine lange Geschichte aus sich ergebenden Schwierigkeiten und zunehmenden Motivationsproblemen.

Im Teil 2 geht es um den Ist- und den HättenWirGern-Zustand, was musste getan werden, was kam außerplanmäßig dazu, was ist bis heute liegen geblieben.

„Dies kann erst mal so bleiben … und das auch.“

In der Anfangsplanung ein oft gefallener und gern genommener Satz, der sich leider im Nachhinein häufig als suboptimal herausstellt. Grundsätzlich steht man nämlich vor einem großen Problem: Viele Dinge bei einer Sanierung / Renovierung sind voneinander abhängig …

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